Verein

Der Verein „Katamaran“ entstand 2001 mitunter, um die soziale, strukturelle und politische Integration, die Lebens-, Berufs- und Bildungschancen der tamilisch sprechenden Gemeinschaft in der Schweiz zu fördern. Anfangs der 1980er Jahre als Asylsuchende denkbar unbeliebt, mauserten sich Tamilen über die Jahre bald zu „Lieblingsausländern“. Trotz gewisser Angepasstheit an Gesetze und Verhaltensnormen der SchweizerInnen, wie etwa eine hohe Leistungsbereitschaft, liegt bis dato noch vieles im Argen: Dauerhafter Verbleib in prekären Arbeitsverhältnissen und Tieflohnbranchen sowie fehlende Aufstiegsmöglichkeiten sind ein Beispiel dafür. Komplexe soziokulturelle Strukturen, Traditionalismen und starke Familienorientierungen und –bindungen, Distanz und Mehrheitsgesellschaft, gar Abgrenzung in der eigenen Ethnie und Kaste ein anderes. Beide Problemzusammenhänge sind vielfältig verknüpft und betreffen bei weitem nicht nur Menschen sri lankischer Herkunft, sondern wenig privilegierte MigrantInnen in der Schweiz in breitem Mass:

„Katamaran“ hat 2007 etwa bei der Ausstellung „Blickwechsel – wie leben wir, wie leben andere“ in Luzern mitgewirkt, wo Referate und Diskussionen mitunter „Vom Tellerwäscher zum Tellerwäscher – Warum sind Tamilen am schlechtesten integriert?“ respektive auch Zwangsheiraten in der Schweiz thematisierten. Mehr zur damaligen Partnerorganisation Politforum Zentralschweiz und anderen finden Sie unter Kooperationen.

Was bei der Gründung 2001 als Zielsetzung bereits angelegt war, nämlich die interkulturelle Verständigung und Verbindung von SchweizerInnen, tamilisch Sprechenden und anderen in der Schweiz lebenden MigrantInnen, hat sich im Laufe der vergangenen Jahre dann zunehmend durchgesetzt und vertieft:
Integration ist kein gegenseitiger, sondern ein äusserst vielseitiger Prozess in einer multiethnischen Schweiz. Unser Fokus richtet sich demnach mittlerweile allgemein auf folgende Verhältnisse und Spannungsfelder:

Nicht zwischen zwei schwankenden, oder gar voneinander wegtreibenden Booten, zwischen feststehenden und -bleibenden Kategorien einer tamilischen und schweizerischen Gemeinschaft wollen wir folglich balancieren. Vielmehr wollen wir gemeinsam aus ganz verschiedenen Balken einen Katamaran bauen. Dieses Boot soll vorerst Verbindungen und Verbindlichkeiten schaffen zwischen einem Schweizer Festland und den vielfältigen Inseln in der Schweiz lebender MigrantInnen. Denn anders als eine Brücke, die nur zwei Orte miteinander verbindet, kann ein mobiles Boot schliesslich viele Orte und gemeinsame Ziele ansteuern. Beispiele dafür sind Bemühungen um eine verbindliche gemeinsame Sprache und Grundbefähigung oder grenzüberschreitende, fundierte, neutrale Friedensinitiativen wie etwa „fit4peace – Katastrophe bewältigen statt Kriegserfolge feiern“, die Solidaritätsaktion für Hilfe in Sri Lanka 2009.  Unsere Engagements zeigen uns stets auch, dass es eine verbesserte Integration von MigrantInnen in der Schweiz untereinander braucht – und sei es innerhalb derselben Ethnie oder Herkunftsgesellschaft.
Nicht um spezifische nationale und politische Interessen, auf Sri Lanka oder andere Länder bezogen, soll es dem Verein denn gehen. Die Aktionen und Aktivitäten, Projekte und Programme gründen auf dem Modell einer demokratischen, den Menschenrechten verpflichteten Schweiz, an deren gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Weiterentwicklung alle EinwohnerInnen teilhaben können. Zwecks einer Fokussierung und Bündelung der Kräfte engagiert sich Katamaran als Trägerverein daher hauptsächlich auf zwei inhaltliche Schwerpunkte, Ethnopoly, ein spielerisch-multikulturelles Begegnungs- und Verständigungsprojekt sowie zwangsheirat.ch – ein Programm verankert Menschenrechte.

Katamaran  ist als Verein parteipolitisch und konfessionell neutral und steht interessierten Personen jedwelcher Nationalität und Aufenthaltskategorie offen. Auch für Fragen, Anmerkungen und Austausch stehen wir gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns!